Die Entstehung und Schenkung des Krönungsmantels

König Stefan und Königin Gisela haben ein verziertes Messgewand (eine Kasel) der Marienbasilika von Fehérvár geschenkt. Der Grundstoff des glockenförmigen Messgewands ist blau-lilafarbige Seide aus Byzanz mit Rosettenmuster, der fast im vollen Umfang von der golddurchwirkten Verzierung verdeckt wird (das Gewicht beträgt 4,3 kg). Die beispiellos reiche Verzierung des Messgewands zeigt, dass es für einen besonderen Anlass, vermutlich für den 35. Hochzeitstag des königlichen Paares oder für die Danksagung nach dem erfolglosen Kriegszug von Konrad II. dem deutsch-römischen Kaiser gegen Ungarn (1031) gefertigt wurde. Eine lateinische Dedikation (Empfehlung) benennt die Schenker, das Datum und den Ort der Schenkung.

Die Reihenfolge der auf dem Kreisbogen dargestellten Figuren und Szenen wurde symbolisch aufgebaut. Oben erscheinen der Chor der Engel, Christus und Maria, dann im Halbkreis die Propheten des Alten Testamentes, die Apostel und zuletzt die Blutzeugen. Die Figur von Christus erscheint mehrmals. Neben den Figuren sieht man ihren Namen, und ein lateinischer, gereimter Auslegungstext für die in mandelförmigen Rahmen hervorgehobenen Figuren wurde auch auf den Mantel gestrickt. Laut Legende hat Königin Gisela auch an der Fer-tigung des Messgewands in dem Nonnenkloster Veszprémvölgy teilgenommen.